Eine kleine Geste

In letzter Zeit sieht man sie seltener: Verkäufer*innen von Straßenzeitungen oder Magazinen. Gerade Corona macht es ihnen schwer.

Mehrfacher Lockdown, kein Verweilen in der Innenstadt und leergefegte Fußgängerzonen. Dabei ist der Verkauf der Straßenzeitung eine wichtige  soziale und ökonomische Ressource im Leben der Verkäufer*innen.

Aber erstmal zur Klärung, was ist eine Straßenzeitung?

Man kann es als eine Art Monatsmagazin sehen, gefüllt mit Porträts, Reportagen, Interviews, Kultur, Sozialem und Geschichten aus der Region.

Die Verkäufer*innen eines Straßenmagazins, erkennbar an einem Verkaufsausweis, kaufen in der Regel eine bestimmte Anzahl Zeitungen mit einem Rabatt von 50 % bei der Redaktion oder dem Verein ein und verkaufen sie dann zum vollen Preis weiter.

Als Beispiel, eine Zeitung kostet im Einkauf 1,20 € und im Verkauf 2,40 €. Dadurch verdienen die Verkäufer*innen eigenes Geld (also in dem Fall 50 % des Verkaufspreises), wodurch sich nicht nur ihre Lebenssituation verbessern kann, sondern sich auch eine gewisse Eigenverantwortung entwickelt.

Wie kann eine Straßenzeitung helfen?

Oft bietet der Job eine gewisse Stabilität und durch regelmäßigen Kundenkontakt einen Weg aus der Isolation. Verkäufer*innen können durch den Verkauf ihren Verdienst aufstocken oder überhaupt ein wenig Geld verdienen.

Der Verkauf der Zeitung stabilisiert diese an den Rand gedrängten Menschen in jeder nur denkbaren Weise: durch regelmäßigen Kontakt zu einer bürgerlichen Zielgruppe, durch die Tagesstruktur, die der Verkauf bietet, durch Kriminalitätsprävention, weil durch die Einnahmen z.B. der Bedarf bei Suchterkrankungen finanziert werden kann und somit Diebstahl vorgebeugt wird … Hinzu kommt, dass durch das regelmäßige Abholen der Zeitung in unserer Sozialberatung ein therapeutisch wirksamer Kontakt zu Obdachlosen entsteht und damit eine Vermittlung in umfangreiche Hilfsmaßnahmen bis hin zur Vermittlung in Wohnungen (Housing First).

fiftyfifty – Straßenmagazin in Bonn und Düsseldorf

Wie könnt ihr helfen?

Kauft, wann immer ihr Verkäufer*innen trefft, eine Zeitung. Wenn ihr Zeit habt, haltet doch ein Pläuschchen, natürlich mit Abstand und Maske, um andere und euch selber zu schützen.

Wir haben euch hier eine Liste der Straßenzeitungen aus verschiedenen  Städten eingefügt. Viele bieten auch eine Onlineversion der Zeitung an, um die Verluste durch Corona auszugleichen. Klickt euch gerne mal durch!

ZeitungStadtPreis / Anteil für die Verkäufer*innen
AbseitsOsnabrück1,6 / 0,8 €
AsphaltHannover2,2 / 1,1 €
BISSMünchen2,2 / 1,1 €
bodoDortmund2,5 / 1,25 €
die StraßeSchwerin1,2 / 0,6 €
DonaustrudlRegensburg2,5 / 1,2 €
draußenMünster1,8 €
DRAUSSEN SEITERKöln2,2 / 1,1 €
drObsDresden1,7 / 0,7 €
fiftyfiftyBonn & Düsseldorf2,4 / 1,2 €
Die Zeitschrift der StraßeBremen2,8 / 1,4 €
FreieBürgerFreiburg2,1 / 1 €
GuddzjeSaarland1,6 / 1,1 €
HempelsSchleswig-Holstein2,1 / 1,1 €
Hinz&KunztHamburg2,2 / 1,1 €
JerusalemmerNeumünster2 / 1 €
KARUNA KompassBerlin1,5 / 1,5 €
KiPPELeipzig2 / 1 €
RISSAugsburg1,5 / 0,8 €
StraßenkreuzerNürnberg2,2 / 1,1 €
TrottwarStuttgart2,6 / 1,3 €
StraßenfegerBerlin1,5 / 0,9 €
©Nadine Kuhn

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